Warnstreik-Auftakt beim Benz

Tarifauseinandersetzung Metall- und Elektro 2026
Über 700 Gaggenauer Beznzler vor den Toren

Starkes Signal aus Gaggenau: Mehr als 700 Beschäftigte der Frühschicht von Daimler Truck haben sich am heutigen Warnstreik der IG Metall beteiligt.


3. November 2026 3. November 2026


Mit ihrer Kundgebung machten sie deutlich: Das bisherige Angebot der Arbeitgeber reicht nicht. Es braucht mehr Geld, sichere Arbeitsplätze und verbindliche Perspektiven für die Standorte. Die Beschäftigten bei Daimler Truck in Gaggenau machten deutlich, dass sie hinter den Forderungen der IG Metall stehen und von den Arbeitgebern Bewegung am Verhandlungstisch erwarten.

Denn nach der zweiten Verhandlungsrunde liegen die Positionen weiterhin weit auseinander. Die Arbeitgeber wollen zunächst lediglich eine Einmalzahlung leisten. Erst Mitte 2028 soll eine tabellenwirksame Erhöhung um 1,3 Prozent folgen. Zugleich wollen sie weitreichende Möglichkeiten für betriebliche Abweichungen von tariflichen Standards schaffen. Für die IG Metall ist das keine überzeugende Antwort auf die Herausforderungen, vor denen die Industrie steht

 Bodo Seiler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gaggenau, machte bei der Kundgebung deutlich:

„Über 700 Kolleginnen und Kollegen senden heute aus Gaggenau ein unübersehbares Signal an die Arbeitgeber: Das Angebot reicht nicht. Wir wissen, dass unsere Industrie vor großen Herausforderungen steht. Aber Zukunft kann man nicht herbeisparen. Wir lassen uns nicht vor die Wahl stellen zwischen Einkommen und Arbeitsplätzen. Wir kämpfen für beides: für faire Entgelte und für sichere Beschäftigung. Wer Zukunft und Standorte sichern will, muss investieren, in Innovationen, in gute Produkte und vor allem in die Menschen.“

 Zukunft braucht Investitionen statt Verzicht

Die IG Metall erkennt an, dass einige Unternehmen vor großen Herausforderungen stehen. Transformation, Wettbewerbsdruck und der tiefgreifende Wandel der Industrie sind Realität. Aber gerade deshalb braucht es eine aktive Zukunftsstrategie. Die Antwort kann nicht darin liegen, Tarifstandards abzusenken und Beschäftigte immer weiter unter Druck zu setzen. Wer Standorte langfristig sichern will, muss investieren, Innovationen vorantreiben, Beschäftigte qualifizieren und verbindliche Perspektiven für Beschäftigung schaffen.

 Mit ihrem Warnstreik erhöhen die Beschäftigten bei Daimler Truck in Gaggenau nun den Druck auf die Arbeitgeber.

Dabei geht es der IG Metall nicht um Eskalation um jeden Preis.

Bodo Seiler: „Wir wollen diesen Konflikt nicht um seiner selbst willen. Aber wer ernsthafte Lösungen will, muss auch ernsthaft verhandeln. Die mehr als 700 Beschäftigten heute in Gaggenau haben gezeigt: Wir sind bereit, für unsere Forderungen einzustehen. Ohne die Beschäftigten läuft nichts. Und ohne Druck bewegt sich nichts.“

Die Botschaft aus Gaggenau ist damit unmissverständlich:

Für faire Entgelte. Für sichere Arbeitsplätze. Für starke Standorte. Und für eine industrielle Zukunft in Gaggenau und in ganz Baden-Württemberg.